M U S I K

Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst. In ihrer neuen Single „Cinderella“ legt die AnJosef ein flammendes Plädoyer für die echte und unverfälschte Liebe ab. Für das Zueinanderfinden fernab des digitalen Orbits und ausufernder Dating-Apps. „Sag mir, wofür ich Märchen brauch‘, es geht doch mit dir und mir auch“ ist die markante Kernbotschaft des Refrains, der so viel mehr erzählt als auf dem ersten Blick offenbart wird. Cinderella und ihr Prince Charming müssen nicht zwingend den Klischeevorstellungen der Gesellschaft folgen, denn das Glück der Liebe lässt sich gerade in der sogenannten Imperfektion finden. Manchmal können die zwei letzten Eier aus dem leeren Kühlschrank zum schönsten Frühstück führen. Manchmal spürt man in der trauten Mietwohnungs-Zweisamkeit mehr Liebe und Intimität, als wenn man sich im dicken Garten neben Haus und Kindern am Pool räkelt.

  „Cinderella“ erzählt mit sommerlicher Leichtfüßigkeit die Geschichte eines modernen Märchens, das die Liebe im realen Moment, und nicht etwa in der Anonymität des Virtuellen verortet. Gemeinsam essen gehen, mit dem Auto durch die Stadt fahren und bis zum Morgengrauen reden. All jene Dinge, die uns zunehmend verlustig gehen und wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit erscheinen. AnJosef gibt aber nicht auf, sondern geht in den Angriff über. Sie setzt auf die echte Liebe, die über bloße Äußerlichkeiten hinwegsieht und sich bewusst gegen die Schnelllebigkeit stellt. „Will alles von dir erkunden, jeden blinden Fleck, will dich verstehen, bis du mein Spektrum abdeckst.“ Lassen wir uns fallen und geben uns unseren Sinnen hin – das Leben ist zu kurz, um es nicht mit aller Kraft zu genießen. Am besten zu zweit, mit „Cinderella“ im Ohr und Tanzlust in den Füßen.